Fehlzeiten-Report 2016: Mitarbeitergesundheit leidet unter schlechter Unternehmenskultur

Publikationshinweis

Fehlzeiten-Report 2016: Mitarbeitergesundheit leidet unter schlechter Unternehmenskultur

Autor/ Hrsg.:Badura/ Ducki/ Schröder/ Klose/ Meyer
Veröffentlicht am:15.Sep. 2016
Seitenzahl:512
Verlag:Springer-Verlag

Vertrauensvolle Kooperation, hin und wieder ein Lob, faire Bezahlung und Einbeziehung in die Entscheidungsfindung: Eine positive Unternehmenskultur hat einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit der Beschäftigten. Stimmt die Kultur jedoch nicht, geht das mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko für die Mitarbeitenden einher. So lautet das Ergebnis des Fehlzeiten-Reports 2016, der in Mitte September vom Wissenschaftlichen Forschungsinstitut der AOK (WIdO) veröffentlicht wurde.

Nach diesem ist jede vierte Person, die ihre Unternehmenskultur als schlecht bewertet, auch mit der eigenen Gesundheit unzufrieden. Bei den Befragten, die ihr Unternehmen positiv sehen, war es nur jede zehnte Person.

Für die Untersuchung führte das WIdO im Februar 2016 eine Repräsentativbefragung von insgesamt 2.007 Erwerbstätigen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren durch. Bei dieser Befragung wurde die Unternehmenskultur mit ihren verschiedenen Facetten erfasst. Darunter waren beispielsweise der Führungsstil, die Mitarbeiterorientierung und die Entlohnungsgerechtigkeit.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Wunsch und Wirklichkeit: Mitarbeitenden sind vor allem die Loyalität des Arbeitgebers (78 Prozent) und das Loben (69 Prozent) im Arbeitsalltag wichtig. Doch nur 55 Prozent der Beschäftigten erleben tatsächlich, dass der Chef oder die Chefin hinter ihnen steht. Lediglich die Hälfte der Befragten gibt an, für gute Arbeit gelobt zu werden.

Krankmacher: Beschäftigte, die ihre Unternehmenskultur als schlecht empfinden, sind deutlich unzufriedener mit ihrer eigenen Gesundheit. Dies trifft auf 27,5 Prozent der Befragten zu. Sie klagen häufiger über körperliche (66,6 Prozent) und psychische Beschwerden (65,1 Prozent), die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit stehen. Im Vergleich dazu sind lediglich 8,9 Prozent der Befragten mit ihrer Gesundheit unzufrieden, die ihre Unternehmenskultur als positiv wahrnehmen. Über psychische und körperliche Beschwerden wird in dieser Gruppe nur halb so oft geklagt.

Unzufriedene Beschäftigte fehlen länger: Bei einer schlecht bewerteten Unternehmenskultur hat nahezu jede/r dritte Befragte (31 Prozent) im letzten Jahr mehr als zwei Wochen im Betrieb gefehlt. In der Vergleichsgruppe mit einer positiv erlebten Unternehmenskultur war dies nur etwas mehr als jede/r Sechste (16,9 Prozent).

Unzufriedene Beschäftigte gehen häufiger krank zur Arbeit: Während das nur 11,8 Prozent der Beschäftigten tun, die ihre Unternehmenskultur positiv erleben, zeigen Beschäftigte in Unternehmen mit einer schlechten Unternehmenskultur häufiger ein riskantes Verhalten (16,7 Prozent).

Materialien und weiterführende Links

Datum der Veröffentlichung

21.09.2016

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