DNBGF
Deutsches Netzwerk
für betriebliche
Gesundheitsförderung

1. Einleitung

DNBGF Koordinatorentreffen in Essen:
Trotz Sparzwängen trotzt BMG der Krise – Psychische Erkrankungen im Blick
In Krisenzeiten wird gespart, das gilt für Unternehmen genauso wie für Privatpersonen. Insofern konnte man befürchten, dass  das Gesamtkoordinatorentreffen des DNBGF, das am 8. Juni in Essen von Frau Knoll von der DGUV eröffnet wurde, ein Forum für schlechte Nachrichten sein könnte: Betriebliches Gesundheitsmanagement als „freiwillige“ Ergänzung des Kerngeschäfts - und nur selten kurzfristig rentierliches Arbeitsfeld - bietet sich für „Kostenoptimierer“ scheinbar als ideales Handlungsfeld an. Doch obwohl der Begriff „Krise“ Aufhänger der  Eröffnungsstatements von Dr. Alfons Schröer und Patricia Lück war, zeichneten die beiden Referenten vor rund 30 angereisten Koordinatoren ein differenziertes und letztlich sogar positives Bild der Praxis.
Als Vertreter der Bundesverbände von BKK und AOK konnten Lück und Dr. Schröer aufgrund ihrer Einblicke in das BGF-Tagesgeschäft der GKV berichten, dass BGM augenscheinlich nicht mehr pauschal zu den „kann wegfallen“ Positionen gehört. Denn obwohl manche Unternehmen schon laufende BGM Prozesse nun abbrechen, setzen andere ihre Aktivitäten – wenngleich auf Sparflamme - fort, wieder andere engagieren sich sogar verstärkt, weil sie BGM als Mittel der Krisenbewältigung sehen. Das ist zumindest ein indirekter Erfolgsbeweis für die nunmehr siebenjährigen Arbeit des DNBGF: Es gibt offenbar eine wachsende Zahl von Betrieben, für die BGM längst kein imageförderndes Beiwerk mehr ist, sondern sinnvoller, wenn nicht notwendiger Bestandteil des strategischen Instrumentariums der Unternehmensentwicklung.
So wurde auch in den Kurzbeiträgen zu den Aktivitäten in den Foren deutlich, dass sowohl die bisherige Bilanz wie der Blick nach vorne unbeschadet war von den aktuellen Rahmenbedingungen. Vor allem die innerhalb der Foren erarbeiteten praxisnahen Informationsmaterialien, so bestätigten Koordinatoren, erfreuten sich einer über Erwarten großen Nachfrage, was dafür steht, dass in den Unternehmen die Offenheit für BMG wächst. Ein „Problemkind“ des DNBGF ist allein das Form Bildung und Erziehung – im Forum selbst sind zu wenige „Praktiker“ von der Basis vertreten und Bildungsinstitutionen öffnen sich bestenfalls zögernd von Ideen und Konzepte von „Außen“.
Das insgesamt steigende Interesse am DNBGF und BGM dürfte aber auch einer wachsenden Sensibilisierung für das Thema „psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ geschuldet sein. Es wurde beim Koordinatorentreffen besonders beleuchtet, weil es Gegenstand verschiedener nationaler wie internationaler Programme und Kampagnen ist und nicht zuletzt für die Bekämpfung von Arbeitsunfähigkeitszeiten wie –kosten immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Lebhaft näherte sich Carola Kleinschmidt in einem Gastbeitrag der Frage: Wie muss Betriebliche Gesundheitsförderung aussehen, die auch die Seele gesund hält?, indem die Journalistin und Biologin auch Erkenntnisse aus ihrem mit Dr. Hans-Peter Unger verfassten Buch „Bevor der Job krank macht“ präsentierte. Dr. Reinhold Sochert stellte anschließend mit „Mental Health at Work“ die Fortsetzung der europäischen Move Europe Kampagne vor, Dr. Gregor Breucker berichtete über die BKK Initiative eines „Europäischen Paktes zur psychischen Gesundheit und Wohlbefinden“
Nach einem Bericht über die Aktivitäten der DNBGF-Geschäftststelle von Brigitte Jürgens-Scholz beschloss Dr. Wolfgang Bödeker die Veranstaltung mit einer Beschreibung der Initiative Gesundheit und Arbeit, ein freiwilliger Kooperationsverbund von Verbänden der Kranken und Unfallversicherung, die die Arbeit des DNBGF erst möglich macht.

2. Die Stimmung in der Wirtschaft

Nicht alle Unternehmen sehen Gesundheitsförderung als Streichposten

„Jetzt erst Recht“- Haltung von Betrieben zeigt: Wert von BGM wird anerkannt

Die kurz- und mittelfristige Entwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung wird heute nicht mehr zwangläufig bestimmt von der wirtschaftlichen Entwicklung. Obwohl Gesundheitsförderer in den Betrieben erleben, dass BGM-Projekte aufgrund finanzieller Engpässe gestoppt oder zurückgestellt werden, so der Tenor der Eingangsworte von Patricia Lück /AOK BV) und Dr. Alfons Schröer (BKK BV), ist auch eine gegenläufige Entwicklung erkennbar, dass nämlich Unternehmen BGM als Mittel sehen, gestärkt aus der Krise hervorzukommen. 
Wenn Skeptiker angesichts der Wirtschaftskrise das Bild von der betrieblichen „Gesundheitsförderung zwischen Skylla und Charybtis“ bemühen, ist das nach Auffassung von Dr. Schröer angesichts seiner Gespräche mit Vertretern verschiedener Großunternehmen genauso unzutreffend wie zu negativ. Es sei eben nicht so, dass BGM Aktivitäten nur durch geschicktes Lavieren in gefährlichen Gewässern überleben könnten. Richtiger ist eigentlich das Bild einer „Infektion des Körpers“: Die Kostenträger für BGM-Maßnahmen, also vor allem Betriebe und gesetzliche Krankenkassen, würden in diesen Zeiten vom Virus des „Sparens um jeden Preis“ bedroht, „und wer sich umhört stellt fest, dass manche diesen Virus schon überwunden und nun resistent gegen diesen Virus seien, während andere ihm zumindest scheinbar noch ausgeliefert sind.“
Beeinträchtigt werde die Förderung von BGF seitens der Kassen aber auch durch den Gesundheitsfond bzw. die drohenden Zusatzbeiträge. Es sei damit zu rechnen, dass einzelne Krankenkassen an allen gesetzlich nicht vorgegebenen Leistungen sparen. Da zudem der Löwenanteil der Ausgaben für Prävention in die bei Kunden gut als Zusatzleistung zu vermarktende Primärprävention (Kurse) fließen, sei in absehbarer Zeit mit einem nennenswerten Anstieg der BGF-Aktivitäten nicht zu rechnen, außer bei den Kassen, die sich die BGF besonders auf Ihre Fahnen geschrieben haben. Aber auch das bewertete Dr. Schröer als eine vorübergehende Erscheinung. Langfristig rechnet er mit einem weiteren Erstarken der BGF bei den Kassen.
Bei den von ihm besonders angesprochenen Großunternehmen ergab sich ein differenzierteres Bild. Die Arbeitgeber selbst zeigen sehr unterschiedliche Reaktionsmuster. Die sind auch, aber nicht nur abhängig davon, ob die jeweilige Branche die Krise schon spürt; es geht auch um die Frage, welche Bedeutung, welchen Nutzen das Unternehmen bzw. seine Führung BGF und BGM zumisst. Die überwiegende Zahl der Unternehmen bekennt sich auch in der Krise zur BGF und betrachtet diese als eine Strategie des besonders behutsamen Umgangs mit den Humanressourcen.
Patricia Lück ordnete die Unternehmen auf Grundlage aktueller Rückmeldungen aus dem AOK-System drei Gruppen zu:

  • Betriebe die ganz auf BGM verzichten und sogar laufende Prozesse abbrechen
  • Betriebe die auf „kleiner Flamme“ weiter kochen; dass zeige sich daran, dass geplante Vereinbarungen nicht mehr abgeschlossen werden, schon laufende Prozesse stagnieren und weniger Wert auf Qualität gelegt wird
  • Betriebe, die nach dem Motto „jetzt erst recht“ verfahren, weil sie sich von BGM Unterstützung in schwierigen Zeiten versprechen.

Positiv dabei: Selbst in Branchen, die durch die Krise extrem betroffen sind  - sie nannte die Automobilbranche samt Zuliefererbetriebe, die Ernährungsindustrie, Logistiker und die Chemieindustrie sowie den Maschinenbau - , gibt es Unternehmen, die der dritten Gruppe zugehören. Und die fragen teils auch nach „schnellen Angeboten“, also kurzfristig zu realisierenden Gesundheitstagen oder Kursangeboten; zugleich konnte Frau Lück aber auch Beispiele von Unternehmen aus Problembranchen präsentieren, aus denen die Langfristigkeit von deren BGM-Absatz erkennbar wird:
 

  • Ein Transportdienstleister hat trotz der Problem der Logistikbranche ein  BGF-Projekt mit Schwerpunktthemen Kommunikation und soziale Unterstützung gestartet
  • Ein Unternehmen der Ernährungsindustrie investiert in BGM, um Nachhaltigkeit des Betrieblichen Gesundheitsmanagements trotz wirtschaftlicher Einbrüche zu sichern
  • Ein Automobilzulieferer, dessen Mitarbeiter in Kurzarbeit sein, nutzt die Zeit, um ein Führungskräftecoaching durchzuführen und plant die  Qualifizierung der Mitarbeiter zum Thema Gesundheit

Die erfreuliche Erkenntnis aus beiden Vorträgen ist, dass es den Gesundheitsförderern zumindest bei einer Reihe von Betrieben gelungen ist, BGM als festen Bestandteil unternehmerischen Handelns zu verankern. Dennoch bleibt die Zukunft offen. Der weitere Verlauf der Krise, der Ausgang der Bundestagwahl und auch die Zukunft des immer wieder ins Spiel gebrachten Präventionsgesetzes sind Unwägbarkeiten, die eine verlässliche Prognose  fast unmöglich machen. 

3. C. Kleinschmidt Wie muss betriebliche Gesundheitsförderung aussehen, die auch die Seele gesund hält

Widersprüche fördern psychische Beschwerden:

Ausgebrannt trotz Freude an der Arbeit – wegen fehlender Anerkennung und Überlastung

Wer sich mit dem Thema „Psychische Gesundheit im Unternehmen“ befasst, stößt zunächst auf eine Reihe von Widersprüchen, wie der Gastbeitrag der Journalistin und Biologin Carola Kleinschmidt beim DNBGF-Koordinatorentreffen aufzeigte. Zusammen mit dem Psychiater und Psychotherapeuten Hans-Peter Unger hat sie das Buch „Bevor der Job krank macht – wie uns die heutige Arbeitswelt in die seelische Erschöpfung treibt und was man dagegen tun kann“ verfasst, das Situation, Ursachen und Handlungsansätze auch für interessierte Laien verständlich aufbereitet und so die Akzeptanz für entsprechende Maßnahmen der BGM steigern kann.
Carola Kleinschmidt zeigte bei ihrem Referat beispielsweise auf, dass psychische Belastungen für Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung eine immer wichtigere, teils schon die wichtigste Rolle spielen – aber nur 5 Prozent der Arbeitgeber die Quellen der dafür ursächlichen Belastungen kennen. Sie zitiere Untersuchungen, nach denen 63 bzw. 71 Prozent der Arbeitnehmer mit Freude arbeiten bzw. stolz auf ihre Arbeit sind – aber jeder zweite sich trotzdem leer und ausgebrannt fühlt, weil die Anerkennung ausbleibt oder die Arbeit schlicht zuviel wird; die Biologin wies auch darauf hin, dass der Mensch stammesgeschichtlich hervorragend auf Stresssituationen vorbereitet ist – aber stressbedingte Erkrankungen Unternehmen und Gesellschaft trotzdem rund 100 Mrd. Euro pro Jahr kosten. 
Der Grundwiderspruch liegt nach Kleinschmidt und Unger darin, dass Arbeit für Individuen einerseits Raum für Selbstverwirklichung bringen soll und die Gelegenheit, seinen Status zu erwerben bzw. zu dokumentieren; dass aber der Arbeitsplatz andererseits der Ort ist, wo die Folgen von Globalisierung, Rationalisierung und Prozessbeschleunigung den stärksten Druck ausüben und somit zu einer Dauerbelastung führen. 
Gerade diese Dauerbelastung ist problematisch für die Gesundheit: Bei einer gesunden Stressreaktion, so die Biologin, reagiert der Körper auf Gefahren oder andere Belastungen, indem Körper und Geist „den Turbo“ anschalten und so die Leistungsbereitschaft schnell und spürbar erhöhen. Nach der Belastungsphase reguliert der Organismus sich dann wieder in den Normalzustand herunter. Ist das aufgrund von Dauerbelastung nicht möglich, wird die Immunabwehr geschwächt, die Blutwerte verschlechtern sich, es kommt zu Muskelschmerzen und zu Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen – Langzeitfolgen sind dann Erkrankungen wie Herzinfarkt, Tinnitus, chronische Infekte oder psychische Erschöpfung und Depression.
Eine Schwierigkeit in der Prävention liegt offensichtlich darin, dass es, anders als bei physischen Belastungen, nicht die eine Ursache gibt. Kleinschmidt nannte dann auch die auch von der BGF schon länger identifizierten Faktoren: Geringe Wertschätzung, fehlender Handlungsspielraum, fehlende Unterstützung, hohe emotionale Belastung und große Unsicherheit, z.B. durch Angst um den Arbeitsplatz.  Welche dieser Faktoren (und in welcher Kombination) im Einzelfall krank machend sind, liegt zweifellos auch an der individuellen Konstitution und an der außerbetrieblichen Situation. Doch die Symptome für ein Zuviel an psychischer Belastung entwickeln sich in der Regel unabhängig vom Auslöser in drei Stufen – und sind damit für aufmerksame Chefs, Kollegen oder Angehörige auch erkennbar.
Zunächst, so Kleinschmidt, kommt es zu ersten Anzeichen für eine Erschöpfung, sie nannte Schlafstörungen, Energieverlust oder Schmerzen. Auf der zweiten Stufe werden Verhaltensänderungen erkennbar: Die Betroffenen werden reizbar und aggressiv, haben Konzentrationsprobleme und ziehen sich zurück, auch leiden sie dabei unter Schuldgefühlen. Auf der dritten Stufe schwinden dann Leistungsfähigkeit und Lebensmut, es kommt zu „Grübelattacken“, Apathie oder ständiger Unruhe bis hin zu Suizidgedanken oder einer echten Depression.
Die Möglichkeiten, den Dauerstress zu stoppen, sind ebenso vielfältig wie seine Ursachen – und die Referentin machte durch den Verweis auf Beispiele guter Praxis deutlich, dass es dabei nicht um theoretische Ansätze geht. Helfen könnten z. B.: 

  • Aufklärungsmaßnahmen über den Zusammenhang von Dauerstress und gesundheitlichen Problemen (Projekte bei Volvo, BASF).
  • Schulungen für Führungskräfte oder zur Vorbeugung von Burnout (Wilkhahn, Zeiss).
  • Verringerung der arbeitsbedingten Belastungen durch mehr Transparenz zu Entscheidungen, erhöhte Wertschätzung der individuellen Arbeit, klare Zielvorgaben oder auch Etablierung einer „Pausenkultur“ , (Weleda, Land‘s End).
  • Integration von auf die Psyche gerichteten Maßnahmen in das Gesundheitsmanagement, z.B. durch Beratungsangebote bei psychischen Problemen (Zeiss).
  • Ein klares, durch Handlungen untermauertes Bekenntnis der Geschäftsleitung, dass sie die Bedeutung psychischre Gesundheit erkennt -  und den Willen hat, etwas zu verändern

Allerdings, auch das machte Carola Kleinschmidt mit einem Verweis auf ihren Co-Autoren Hand-Peter Unger deutlich, kann das Ziel „psychische Balance“ nicht allein dadurch erreicht werden, dass an den Stellschrauben im Betrieb gedreht wird. Balance – oder psychische Ausgeglichenheit – ist nach Unger vielmehr abhängig auch von den Faktoren Beziehung, der Fähigkeit, in seinem Leben einen Sinn zu erkennen und von einem Alltag, der den Aufs- und Abs des individuellen Biorhythmus entspricht. 
Das aber ist angesichts der Perspektive, dass Depression zum „Arbeitsunfall der Moderne“ wird kein Grund zum Delegieren von Verantwortung. Es sei, so Kleinschmidt zum Abschluss, „höchste Zeit, dass wir den 1. Schritt tun“ – und damit meinte sie BGF-Experten genauso wie Führungskräfte, die betroffenen Beschäftigten und deren Kolleginnen und Kollegen.  

4. Berichte aus den Foren“

Nach sieben Jahren Arbeit:
Bis auf den Bereich Bildung durchweg eine gute Bilanz der DNBGF Foren

Die Kurzberichte zu den Aktivitäten aus den sechs DNBGF-Foren zeigten, dass das 7. Jahr des DNBGF trotz der Wirtschaftskrise kein verflixtes zu werden droht. Im Gegenteil, die Arbeit läuft nicht nur kontinuierlich weiter, ein neues, noch näher an die Praxis ausgerichtetes Broschürenkonzept belegt, dass mit solchen Veröffentlichen die offenbar latent vorhandene Nachfrage „aktiviert“ werden kann. Erkennbar wurde aber auch, dass die Foren sich zum Teil sehr unterschiedlich entwickeln: So finden die Projekte aus dem schwierigen und langsam gestarteten Bereich „Arbeitsmarktintegration“ immer größere Verbreitung, während „Bildung und Erziehung“ in einer Art Dornröschenschlaf versunken ist.

Trotz der in seinen Eingangsausführungen beschriebenen differenzierten – weil krisenabhängigen – Einstellung bei Großbetrieben sah Dr. Alfons Schröer keinen Grund, ein nachlassendes Interesse am Forum „Großunternehmen“ zu befürchten. Nachvollziehbar, denn bei strategischen Aufgaben, als solche wird BGM zunehmend erkannt – denken Konzerne in längeren Zeiträumen. 
Die zentralen Themen sind dabei unverändert: Der Krankenstand bleibt ein Thema, wobei das Interesse an der Rolle psychischer Erkrankungen wächst. Ein wachsenden Informationsbedarf sieht Dr. Schröer auch bei der Frage nach aussagefähigen Kennzahlen und insbesondere nach dem „return on investement“ bei BGF - durchweg Punkte, zu denen das Forum erfolgreiche Projekte und Informationen entwickelt hat und die weiterhin auf der Tagesordnung bleiben. Dabei arbeitet das Forum weniger mit größeren Veranstaltungen als mit „open space“-Veranstaltungen, bei denen die Betriebe ihre Interessen direkt zur Sprache bringen können.


Die Bilanz im Forum „Öffentlicher Denst"wurde, außer durch sehr gut besuchte Veranstaltungen, auch durch zwei uneingeschränkt positive Entwicklungen geprägt, wie Dr. Egmont Baumann vom Personalamt der Stadt Dortmund berichtete: Die selbst für die Koordinatoren des Forum überraschende Nachfrage nach der Broschüre „Leuchttürme der Betrieblichen Gesundheitsförderung - Beispiele guter Praxis im Öffentlichen Dienst" ist ein Beweis dafür, dass der öffentliche Dienst entgegen aller Vorurteile offen ist für BGF. Allerdings nur, wenn das Thema glaubwürdig und von „Betroffenen“ vermittelt wird. Genau das leistet die „Leuchttürme“-Broschüre, für die Koordinator Andreas Kramer von der Kreisverwaltung Unna Interviews mit Protagonisten aus unterschiedlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung zusammen getragen hat.
Erfreulich ist auch die Tatsache so Michael Ippen von der Polizei in Berlin, dass nicht zuletzt dank der Forumsarbeit ein „Deutsches Polizeinetzwerk für Betriebliches Gesundheitsmanagement“ aufgebaut wird. Erfreulich ist das nicht nur, weil Polizisten zu einer besonders stark belasteten Berufsgruppe gehören, sondern auch, weil es damit gelungen ist, die föderal bedingte sehr heterogene Struktur der Polizeibehörden in Deutschland in einem Netzwerk zusammen zu bringen.

Die Bedeutung dieser Entwicklung wird umso deutlicher, wenn man sich das Forum Bildung und Erziehung anschaut. Das schläft den Worten des Berichterstatters Dr. Gregor Breucker zufolge de facto seit 2006 und ist damit der einzige Ausreißer in der ansonsten makellosen DNBGF Bilanz. Dabei ist die „Pause“ natürlich nicht der Tatsache geschuldet, dass in diesem Bereich Gesundheitsprobleme zu vernachlässigen sind: Schulen z.B. stehen für die Gesundheitsförderung als Setting für die Ansprache von Kindern wie als „burnout-intensive“ Arbeitsstelle im Blickpunkt, und die Situation in den Kindertagesstätten ist durch den aktuellen Streik öffentlich gemacht worden.
Dr. Breucker nannte stattdessen zwei Gründe für die Passivität innerhalb des Forums: Zum einen habe man sich nicht auf einen gemeinsamen Ansatz für das Vorgehen einigen können – hierfür könnte die Vielfalt der „Betriebe“ (von Kita über die verschiedenen Schulformen bis zu Universität und das in aller förderalen Vielfalt) verantwortlich sein; zum zweiten konstatierte Dr. Breucker ein fehlendes Interesse der „Bildenden“, also der Praktiker, die auch in der Koordinatorengruppe nicht vertreten sind. Ziel müsse es daher sein, diese Personen stärker in die Arbeit einzubeziehen.

Ähnlich kompliziert, aber deutlich aktiver verläuft die Arbeit im Forum „Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege". Die Schwierigkeit in diesem Feld ergibt sich in erster Linie aus dem Umstand, dass die Entwicklung in den letzten Jahren von Arbeitsplatzabbau und Arbeitsverdichtung geprägt wurde, wie Felix Bruder bei seiner Bilanz erwähnte. Der für private wie öffentlicher Träger dauerhaft spürbare Kosten- und Wettbewerbsdruck bremst bei den Arbeitgebern offenbar die Fähigkeit (oder Bereitschaft), BGM den angesichts allein der AU Zahlen angemessenen Stellenwert beizumessen.
Andererseits sind in diesem Forum unter den Koordinatoren auch Vertreter von Kliniken bzw. von Krankenhausnetzwerken vertreten, wodurch die praxisorientierte Arbeit erleichtert wird. Für 2009 haben sich die Koordinatoren deshalb auch als Ziel gesetzt, diese Praxisorientierung weiter zu verbessern, z.B. durch regionale Workshops und durch eine schärfere Zielgruppenorientierung. Weiterhin auf dem Arbeitsplan stehen auch die  verstärkte Ansprache von Entscheidern in Betrieben und Verbänden und der Versuch, den politisch-gesellschaftliche Einfluss zu verstärken.

Das Forum KMU hat mit den kleinen und mittelständischen Unternehmen die größte Zahl von Betrieben als Zielgruppe. Dass KMU-Netzwerke aufgrund dieser großen Zahl ein funktionierendes Scharnier für die Tür in kleinere Unternehmen darstellen können, wird nach Patricia Lück nicht zuletzt durch die erneut hohe Teilnehmerzahl von über 100 Interessierten und Experten an der im Januar 2009 sattgefundenen Forumstagung „Klein, Gesund und Wettbewerbsfähig“ die nun auch schon in Folge zum dritten Mal stattgefunden hat und deren Mitveranstalter die Berufsgenossenschaft für Nahrungsmittel und Gaststätten in Mannheim ist. Auch die große Nachfrage nach der von dem Koordinator Arno Georg von der Sozialforschungsstelle Dortmund sfs erstellten Broschüre „Wirtschaftlich erfolgreich durch gute Arbeit. Betriebliche Gesundheitsförderung in KMU-Netzwerken“ bestätigt den Erfolg der Arbeit des Forums. Allerdings sind die ganz kleinen Unternehmen – ob mangels Ressourcen oder fehlender Information – in den Netzwerken noch unterrepräsentiert, ein Grund, diese verstärkt in den Fokus zu rücken.

Eine Erfolgsgeschichte ist die Entwicklung des Forums „Arbeitsmarktintegration und Gesundheitsförderung", wenngleich die von den Referenten Dr. Andreas Bahemann (Bundesagentur für Arbeit) und Bernward Brink (Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung G.I.B.)  konstatierte „hohe Aktualität“ aufgrund der Weltwirtschaftskrise einen unerfreulichen Nachfrageschub auslösen dürfte. Aber nachdem das Forum Anfang des Jahrzehnts durch die zeitliche Überschneidung von DNBGF Gründung und Reform der Arbeitsverwaltung einen eher zähen Start hatte, spielen hier entwickelte bzw. geförderte Projekte und Materialien bei der Arbeitsmarktintegration eine immer wichtigere Rolle.
So gehören Integrations- und Gesundheitsförderungskonzepte in mehreren Bundesländern mittlerweile zum Alltag: In NRW hat sich „JobFit“ bewährt und ist ausbaufähig, Brandenburg verfolgt mit „AmigA“ einen eigenen Ansatz  mit ähnlicher Zielrichtung und in Sachsen und Hessen stoßen „AktivA“  und der Frankfurter Ansatz „Arbeitsmarktintegration durch Gesundheitsförderung“ ebenfalls auf wachsenden Zuspruch. Als sehr hilfreich wird auch der im Forum entwickelte Leitfaden zu Qualitätsstandards in der Gesundheitsberatung Arbeitsloser gewertet und die in diesem Oktober schon zum 6. mal stattfindende Forumstagung „Fit for work“ ist für immer mehr Gesundheitsförderer und Arbeitsmarktexperten ein Muss.

5. Dr. R. Sochert – Mental Health at Work

Move Europe Strukturen werden weiter genutzt:
„Work. In Tune with Life“ macht psychische Gesundheit in Europas Betrieben zum Thema

Die europäische Gesundheitsförderung bleibt in Bewegung: Mit dem auf psychische Gesundheit ausgerichteten Projekt „work. in tune with life“ wird die erfolgreiche „Move europe“ Kampagne des Europäischen Netzwerks für betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP) durch das neue Schwerpunkthema ergänzt. Anfang November, so Dr. Reinhold Sochert von der deutschen Geschäftsstelle des Netzwerks, wird in Berlin anlässlich der Jahrskonferenz des EU geförderten ProMenPol (Promoting and Protecting Mental Health) Projekts der Startschuss gegeben.

Am Thema psychische Gesundheit lässt sich erkennen, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen wie auch die Menschen innerhalb der EU offenbar weniger unterscheiden, als Skeptiker behaupten: In allen Staaten der Gemeinschaft spielen psychische Erkrankungen eine signifikante und wichtiger werdende Rolle für das Morbiditätsgeschehen und rücken damit zunehmend ins Blickfeld auch der betrieblichen Gesundheitsförderung – trotz der Unterschiede zwischen Volkswirtschaften nehmen die Belastungen der Mitarbeiter offenbar europaweit zu.
Den Handlungsdruck konnte Dr. Sochert schon durch einige wenige Zahlen illustrieren: 27 Prozent der EU Bevölkerung – und damit rund 83 Millionen Menschen – leiden jedes Jahr unter psychischen Erkrankungen  bzw. Störungen. Die größte Rolle spielen dabei Angststörungen und Depressionen, die bei 13 bzw. 7 Prozent der EU-Bürger diagnostiziert werden. Depressionen sind nach WHO Angaben verantwortlich für 15 Prozent der Lebensjahre mit Behinderung – und in der EU sterben mehr Menschen durch Selbsttötung als im Straßenverkehr.
Da die EU Kommission Gesundheit als zentralen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der EU sieht und psychische Erkrankungen ein Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeitszeiten und Produktivitätsverluste sind, lag es nahe, psychische Gesundheit am Arbeitplatz zum Thema für eine europaweite Kampagne zu machen, wie Dr. Reinhold Sochert bei seiner Kurzvorstellung von „work. in tune with life“ (Arbeit. Im Einklang mit dem Leben) erklärte. Dabei bauen die europäischen Gesundheitsförderer auf die erfolgreiche „move europe“ – Kampagne auf und nutzen die mit ihr eingeführte Methodik. Denn die ist augenscheinlich geeignet, einerseits das öffentliche Interesse für das Thema zu wecken bzw. zu steigern, andererseits möglichst viele Unternehmen für das Thema zu gewinnen – und zum Handeln anzuspornen.
Im Mittelpunkt von „Work. in tune with life” steht daher weiterhin die Internetseite www.move-europe.de,  deren abgestuftes Angebot „Anfängern“ unter den Unternehmen einen niedrigschwelligen Zugang zu dem Thema schafft, aber auch in Sachen BGM schon aktiven Betrieben die Gelegenheit gibt, ihre Bemühungen durch imagefördernde Zertifikate zu dokumentieren. Auf der ersten Stufe können die Unternehmen online einen Unternehmens-Check Gesundheit durchführen. Der gibt ihnen Aufschluss darüber, ob bzw. inwieweit ihr Gesundheitsmanagement den europaweit entwickelten Kriterien für vorbildliche Praxis entspricht. Und natürlich erhalten die Teilnehmer anschließend praxisnahe Ratschläge, wo und wie sie besser werden können.
Auf der zweiten Stufe werden besonders engagierte Unternehmen eingeladen, Move Europe Partner zu werden. Voraussetzung dafür ist die Unterschrift unter die „Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung“ – und damit ein förmliches Bekenntnis zu deren Zielen. Als „Lohn“ winkt die Präsentation des Logos in den Move Europe Medien und das Recht, das Move Europe Logo fürs Marketing zu nutzen. Unternehmen, die ihre Gesundheitsförderung auf Grundlage eines Gesamtkonzeptes realisieren, können dann, Stufe 3,  Move Europe-Partner Excellence werden.
Für die Präsentation von Konzept und Aktivitäten können die Firmen dabei auf einen Best Practice Fragenbogen zurückgreifen, die Anforderungen an die Dokumentation sind durchaus übersichtlich. Unternehmen, die auf dieser Grundlage als „Execellence“-Partner zertifiziert werden, nehmen automatisch am Auswahlverfahren zum „Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit“ teil. 
Angesichts des neuen Themenschwerpunkts wird nun auch ein Sonderpreis „psychische Gesundheit“ ausgelobt, den alle Unternehmens- bzw. Organisationstypen gewinnen können. Die „klassischen“ Unternehmenspreise werden der Vergleichbarkeit der Teilnehmer wegen weiterhin innerhalb verschiedener Branchen bzw. unter Unternehmen ähnlicher Größe vergeben.  

6. Dr. Breucker: BKK-Initiative „Europäischer Pakt zur psychischen Gesundheit und Wohlbefinden“

 BKK BV federführend bei nationaler Planung
DNBGF-Koordinatoren sollen Know-How in europäischen Parkt einbringen

Die Ursachen psychische Erkrankungen sind weniger als die anderer Krankheitsbilder bestimmten Lebensbedingungen (oder Settings) und Verhaltensweisen zuzuordnen. Deshalb gilt auch für die Prävention, dass sie verschiedene Aufgaben bzw. Problemstellungen parallel aufgreifen muss. Hier setzt der „Europäische Pakt zur seelischen Gesundheit und Wohlbefinden“ an, der in Deutschland im Rahmen einer BKK Initiative mit Leben gefüllt wird und sich neben dem Thema Seelische Gesundheit in der Arbeitwelt vier weiteren Handlungsfeldern widmet. 
Ziele und Methoden des Paktes, der auch die Move Europe Kampagne ergänzt, wurden von Dr. Gregor Breucker vorgestellt. Denn Netzwerke wie das DNBGF sind als Kooperationspartner bei der Erarbeitung eines „Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen“ gefragt.
Der Pakt wie die BKK Initiative hat eine mehrjährige Vorgeschichte. Nachdem die Bedeutung des Thema auf EU-Ebene erkannt wurden war, wurde 2005 ein Grünbuch der Kommission vorgestellt. Bei einem Grünbuch handelt es sich eine Diskussionsvorlage für Politik und Wissenschaft mit Problembeschreibung und Darstellung von Fragen, Ideen oder Akteuren, die mit dem Thema in Zusammenhang stehen. 
Das führte bislang allerdings noch nicht zu der sonst üblicherweise folgenden Erstellung eines Weißbuchs mit konkreten Vorschlägen zum weiteren Vorgehen. Stattdessen wurde, gleichsam als Zwischenstufe, ein EU-weites Konsenspapier erarbeitet, das im Rahmen einer High Level Conference „Together for Mental Health and Well-Being“ im Juni 2008 beschlossen wurde. 
Danach sollen in den Mitgliedsstaaten von Ende 2009 bis 2012 Handlungsansätze zu den folgenden Bereichen zusammengetragen und vor allem verbreitet werden

–        Prävention von Depression und Suizid

–        Jugend, Erziehung und seelische Gesundheit

–        Seelische Gesundheit in der Arbeitswelt

–        Seelische Gesundheit und ältere Menschen

–        Bekämpfung von Stigmatisierung und Ausgrenzung

Für die Gesundheitsförderung sind diese Themen nicht neu, deshalb geht es bei dem Pakt nicht darum, neue inhaltliche Projekte zu initiieren. Ziel ist es, das vorhandene Know-How auf nationaler wie auf europäischer Ebene zu sichten und es durch eine praxisnahe Aufbereitung besser nutzbar zu machen. Dazu gehört an erster Stelle die Suche nach Wegen, über die die Informationen und Instrumente bekannt gemacht werden. Denn letztlich gilt auch für das Thema psychische Gesundheit, was für Gesundheitsförderung allgemein gilt: Über das „wie“ von guter Praxis besteht weitgehend Einigkeit, und Beispiele gibt es reichlich – die größte Hürde besteht weiterhin darin, die Problematik und bekannte Lösungen näher an die jeweiligen Zielgruppen zu bringen.
Die erste Stufe bei der Umsetzung des Paktes läuft vom Herbst 2009 bis ins Frühjahr 2010. Unter Federführung des BKK Bundesverbandes werden die einzusetzenden Handlungshilfen und Instrumente zusammengestellt bzw. aufbereitet, es soll ein Themenportal konzipiert werden und insbesondere soll die Planungsgruppe neue Verbreitungskonzepte entwickeln. 
Die Koordinatoren des DNBGF sind aufgefordert, diese Arbeit als Kooperationspartner zu unterstützen, indem sie ein Teilkonzept für ihr Handlungsfeld entwickeln. Dabei können sie auf ein vierstelliges Budget zurückgreifen und bekommen zusätzlich anfallende Reisekosten erstattet. Die Finanzierung der 2. Stufe ist nach Dr. Breuckers Informationen zwar nicht in trockenen Tüchern, aber angesichts der anerkannten Bedeutung des Themas „psychische Gesundheit“  sah er keinen Grund zu besonderer Skepsis – zumal für den Herbst 2010 schon eine thematische Konferenz fest geplant ist, an der sich unter anderem auch die Europäische Kommission und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beteiligen. 

7. Dr. Wolfgang Bödeker IGA

IGA – Träger des DNBGF im Portrait:

Aktiv und effizient auch ohne rechtlichen Rahmen

Wenn die Mitglieder einer nicht mehr ganz jungen Organisation auf einer Tagung über Struktur und Programm eines ihrer wichtigsten Unterstützers informiert werden, spricht das für die Zufriedenheit des Förderers - und die seltene Fähigkeit, einem „Zuwendungsempfänger“ ganz lange Leine zu lassen. Die Initiative Gesundheit und Arbeit IGA, seit 2003 Träger der DNBGF Geschäftsstelle stellt nicht nur deshalb eine Besonderheit dar, wie Dr. Wolfgang Bödeker den Koordinatoren vor Augen hielt. Denn IGA funktioniert hervorragend, obwohl es sich, ganz untypisch für Deutschland, um eine Arbeitsgemeinschaft ohne selbständigen rechtlichen Status handelt.
Einzigartig an IGA, so Dr. Bödeker dann auch, „ist der dauerhafte Ressourceneinsatz der Verbände ohne administrative Verbindung.“ Bei der Gründung 2002 waren es zunächst der BKK Bundesverband und der damalige Hauptverband der Berufsgenossenschaften, die nach gemeinsamen Projekten erkannt hatten, dass eine Kooperation von Kranken- und Unfallsversicherung dem Ziel „Vorbeugung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren“ im Interesse von Beschäftigten und Unternehmen nur förderlich sein konnte – eine Erkenntnis, der sich in der Folge auch die Spitzenverbände von AOK und Ersatzkassen anschlossen.
Der Verzicht auf einen eigenen Rechtsstatus wird durch das Engagement der IGA –Mitglieder, aber auch durch die ausgeklügelte Struktur der Arbeitsgemeinschaft mehr als kompensiert: Im Lenkungsgremium sitzen Vertreter der Führungsebene der beteiligten Verbände, was laut Dr. Bödeker zu einer hohen Akzeptanz von IGA in allen beteiligten Organisationen führt. Für das operative Geschäft sind ausgewiesene Experten der Gesundheitsförderung bzw. des Arbeitschutzes zuständig, die bei Bedarf externe Kooperationspartner einbeziehen. Und für die Akzeptanz im thematischen Umfeld, also bei anderen Institutionen, wurde ein Beirat ins Leben gerufen, in dem Vertreter der Politik, der Selbstverwaltungen, der Verbände wie der Träge von Kranken- und Unfallversicherung sitzen.
IGA entwickelt jährliche Arbeitsprogramme mit klar definierten Themenschwerpunkten. In seinem Kurzreferat verwies Dr. Bödeker auf zwei aktuelle Projekte mit ganz unterschiedlicher Ausrichtung – aber vergleichbar großem Bedarf: IGA bearbeitet erstens das noch junge Feld des Interkulturellen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (IBGM), weil Beschäftige mit Einwanderungshintergrund  überproportional häufig von Berufskrankheiten, Arbeitsunfällen und Arbeitsunfähigkeit betroffen sind. Zweitens hat sie die  Wanderausstellung „Achtung in der Schule“ entwickelt, die Schüler über den Aufhänger „Umgang mit alltäglicher Gewalt und Konflikten“ nicht nur sensibilisieren will, sondern konkrete Präventionsmöglichkeiten aufzeigt und die Besucher zu eigenen Projekten anregen will. Informationen zu IGA gibt es unter www.IGA-info.de, zur  Ausstellung unter www.8ung-schule.de.

 

 

 

Programm mit Download der Folien

DNBGF-Gesamtkoordinatorentreffen, 8. Juni 2009, Essen
Moderation Dr. Gregor Breucker

11:00 Uhr

Eröffnung, Vorstellungsrunde und Einleitung
Angela Knoll, DGUV

 

Betriebliche Gesundheitsförderung in stürmischen Zeiten – zwischen Gesundheitsfond und Finanzkrise
Statements von Dr. Alfons Schröer, BKK Bundesverband  und
Patricia Lück, AOK Bundesverband

11:45 Uhr

Kurzbeiträge aus den DNBGF-Foren

12:30 Uhr

Pause – Mittagsimbiss 

13:15 Uhr

Themenschwerpunkt: Förderung psychischer Gesundheit in der Arbeitswelt,
Einführung in das Thema
Dr. Gregor Breucker, BKK Bundesverband

13:20 Uhr

Gastbeitrag: Wie muss Betriebliche Gesundheitsförderung aussehen, die auch die Seele gesund hält
Carola Kleinschmidt, Journalistin und Buchautorin, Hamburg

14:05 Uhr

14:30 Uhr

Kaffeepause

14:45 Uhr

15:15 Uhr

Aktuelles – Kurzberichte

15:45 Uhr

Schlusswort

16:00 Uhr

Ende der Veranstaltung

 

 




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