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Einsamkeit ist ansteckend

Einsamkeit ist ansteckend

Einsame Menschen können ihnen nahe stehenden Menschen „anstecken“ – und zwar Freunde eher als Verwandte. Das zeigt eine Studie, für die Forscher zehn Jahre lang über 5.100 Teilnehmer beobachtet haben. Weil einsame Menschen ein erhöhtes Risiko für psychische und psychosomatische Erkrankungen haben, ist die Erkenntnis auch für Betriebe relevant: Wo Teams eng und freundschaftlich zusammen arbeiten, kann die Einsamkeit eines Mitarbeiters leicht zu einer Kettenreaktion führen.

Die Wissenschaftler der Universitäten von Chicago, San Diego und Harvard fanden heraus, dass Einsamkeit wie ein Virus Menschen einer Gruppe befallen kann, wenn nur ein Mitglied von dem leeren Gefühl des Alleinseins beherrscht wird. John T. Cacioppo (Chicago), James H. Fowler (San Diego) und Nicholas A. Christakis (Harvard) stellten eine Beziehung her zwischen der Anzahl enger Freunde, die ein Studienteilnehmer benannte, und der Anzahl von Einsamkeits-Erlebnissen des betreffenden Teilnehmers. Dabei stellten die Forscher fest, dass die „Einsamen“ ihre Mitmenschen mit dem Gefühl des Ausgeschlossen-Seins infizieren und diese nun ihrerseits gegenüber ihrer Umwelt misstrauisch wurden.

 

John Cacioppo erklärt das Phänomen so: „Dies führt dazu, dass der soziale Zusammenhalt an den Rändern ausfranst wie ein Strickpulli wo die Maschen verloren gehen.“ Gegen diesen Prozess würden Barrieren helfen, die man gegen das negative Gefühl aufbauen müsste.

 

Freunde werden offensichtlich schneller angesteckt als Verwandte. Arbeitgeber sollten zudem Abteilungen mit hohem Anteil weiblicher Mitarbeiter besonders im Blick behalten, denn die Daten zeigen, dass Frauen sich weitaus schneller mit der Einsamkeit eines anderen ansteckten als Männer.

 

„Einsame Menschen haben ein erhöhtes Risiko für psychische und psychosomatische Erkrankungen“, meint Cacioppo. Er rät deshalb dazu, dass sich vor allem Freunde und Bekannte sich daher verstärkt um die Betroffenen kümmern, bevor diese sich immer mehr zurückziehen.

 

Quelle: Journal of Personality and Social Psychology, Dezember 2009

 

 




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