Die Forscher hatten nach einer schriftlichen Befragung von Mitarbeitern des Finnischen Fernsehens nach dem Zufallsprinzip 132 Probanten aus drei Alterklassen ausgewählt, von denen ein 24 Stunden Elektrokardiogramm erstellt wurde. Ziel war es herauszufinden, wie sich die Faktoren „Arbeitsbelastungen“ und „Gestaltungsmöglichkeiten bei der Arbeit“ auf das autonome Nervensystem auswirken bzw. unter welche Bedingungen das autonome Nervensystem die Herz-Kreislauffunktionen positiv beeinflusst.
Für die Untersuchung hatte die Forschergruppe deshalb die Herzfrequenzvariabilität (HRV) der Studienteilnehmer beobachtet. Ist im Ruhezustand eine hohe HRV festzustellen, spricht das für einen gesunden Organismus, eine eingeschränkte Variabilität lässt auf krankhafte Veränderungen schließen. Im gesunden Organismus sorgt das autonome Nervensystem für die so genannte sympathovagale Balance, eine Imbalance gilt dagegen als Risikofaktor die Herz-Kreislauferkrankungen.
Das Ergebnis: In der Gruppe der „Mittelalten“ mit einem hohen Grad an Gestaltungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz wurde eine „signifikant bessere vagale Erholung“ gemessen (also die Fähigkeit des Organismus, die sympathovagale Balance wieder herzustellen), als bei Personen ohne oder nur mit geringer Job Kontrolle. Bei jungen und alten Mitarbeitern war dieser Effekt allerdings nicht festzustellen.
Die Wissenschafter vom Finnischen Institut für Arbeitsgesundheit und der Universität Helsinki kommen zu dem Schluss, dass „Job-Kontrolle“ die autonome Regenerationsfähigkeit von Medienarbeitern – und damit die Fähigkeit, Stressbelastungen physisch zu verarbeiten - deutlich besser fördert, als eine Reduzierung der Arbeitsbelastung. Und zwar auch bei Menschen mit gesundheitsschädlichen Verhaltenweisen wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Alkoholkonsum.
Quelle: Occupational Medicine 2009 59(8):556-562

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