DNBGF
Deutsches Netzwerk
für betriebliche
Gesundheitsförderung

Kein Stress mit dem Stress:
Eine Handlungshilfe für Führungskräfte

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Schritte zur Stärkung psychischer Gesundheit - für Führungskräfte und Mitarbeiter

Für gute Führungskräfte ist es selbstverständlich,  Probleme anzugehen, die Betriebsabläufe und Produktivität stören, um dann effektive Lösungen zu finden. Seit langem gehört es dazu, auch gesundheitsbelastende Arbeitsbedingungen zu verändern, wie am Beispiel der Verringerung physischer Belastungen gut zu erkennen ist. Zwar wird längst auch die Zunahme psychischer Erkrankungen bei Mitarbeitern aller Hierarchiestufen in immer mehr Betrieben als Problem wahrgenommen, doch mit Lösungen tun sich viele Führungskräfte verständlicherweise schwer:  Die Ursachen für psychische Belastungen sind komplex und wirken auf die Mitarbeiter in ganz unterschiedlicher Weise. Was Führungskräfte tun können, um Umfang und Ursachen psychischer Belastungen zu identifizieren und wie erste erfolgreiche  Schritte zur Förderung psychischer Gesundheit im Betrieb aussehen können, beschreibt die jetzt im Rahmen des INQA-Projektes „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt psyGA-transfer“ erschienene Handlungshilfe für Führungskräfte „Kein Stress mit dem Stress“.

Die Handlungshilfe orientiert sich, wie der zuvor schon erschienene Handlungsleitfaden für Beschäftigte, konsequent an den Fragen und Wahrnehmungen, die sich aus dem betrieblichen Alltag ergeben.  Nach einer einleitenden Erklärung der Zusammenhänge und Auswirkungen von Stress und psychischer Gesundheit in Unternehmen können die Leser mithilfe einfacher Tests herausfinden, ob und inwieweit die Belastungen der Mitarbeiter, aber auch der Führungskräfte selbst, gezieltes Handeln erforderlich machen.

Der eigentliche Ratgeberteil umfasst dann zwei Kernbereiche:  Der erste beschäftigt sich mit der Frage, wie Führungskräfte die Ressourcen ihrer Mitarbeiter ausbauen und Stress aktiv abbauen können. Das macht deutlich: Es geht einerseits darum, die Mitarbeiter zu stärken, ihre Bewältigungsressourcen auszubauen, andererseits darum, die sich aus den betrieblichen Abläufen ergebenden Belastungen zu verringern oder ganz zu vermeiden. Ergänzt wird dieser Bereich durch eine kursive Darstellung der gesetzlich beschriebenen Fördermöglichkeiten und, nicht zuletzt, um einen Ratgeber zum Umgang mit Mitarbeitern, deren Arbeitsfähigkeit durch psychische Erkrankungen schon eingeschränkt ist.

Der zweite Kernbereich stellt die Führungskräfte selbst in den Blickpunkt. Denn mit zunehmender Verantwortung wächst auch die Gefahr von Überlastungsstörungen, Höchstbelastungen und zeitlich entgrenzte Arbeit sind – oder scheinen – kaum vermeidbare „Tätigkeitsmerkmale“ für Führungskräfte auf allen Ebenen zu sein. Mit der Folge, dass bewusster Stressausgleich dauerhaft zu kurz kommt und Burn-Out, Depressionen oder Angstzustände zunehmend häufig auftreten – und fast genauso häufig solange ignoriert werden, „bis nichts mehr geht“. Mit sieben praxisnahen Anregungen für den Arbeitstag liefert die Handlungshilfe Führungskräften erste Ansätze, sich konstruktiv mit ihrer Situation auseinander zu setzen, ohne dabei konkrete Handlungsvorgaben zu bekommen – denn auch für Führungskräfte gilt: Ursachen und Auswirkungen psychischer Belastungen können nicht pauschal beschrieben werden, sondern nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Persönlichkeit und ihrer sozialen und beruflichen Situation.

Eine Stärke der Handlungshilfe liegt in der Vielseitigkeit der Informationen: Sie verzichtet auf lange theoretische Erklärungen, sondern verbindet Faktenwissen mit Stellungnahmen führender Wissenschaftler zu konkreten Fragen, vor allem aber bietet sie Checklisten, Tests und Fallbeispiele, die zeigen, dass erfolgreiches Handeln auch bei ganz unterschiedlichen betrieblichen Strukturen möglich ist und ohne problematische Reibungsverluste in den unternehmerischen Alltag implementiert werden kann.

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