Seit der Einführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) vor über 20 Jahren zeigt die aktuelle Auswertung der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 eine positive Entwicklung: Die Verbreitung des BEM ist von 40 Prozent im Jahr 2018 auf 52 Prozent im Jahr 2024 gestiegen. Trotzdem erhält immer noch fast die Hälfte der berechtigten Beschäftigten kein BEM-Angebot. Der Anstieg ist dabei in größeren Betrieben sowie im öffentlichen Dienst und in der Industrie am stärksten.
Die Auswertung zeigt, dass Merkmale einer gesundheitsorientierten Organisation beim BEM-Angebot eine größere Rolle spielen als die Betriebsgröße oder der Wirtschaftszweig. So wird BEM häufiger in Betrieben angeboten, in denen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bekannt waren. Hier erhielten 66 Prozent der potenziell BEM-berechtigten Beschäftigten ein Angebot. Im Vergleich erhielten nur 36 Prozent der Beschäftigten, bei denen dies nicht bekannt war, ein Angebot. Im Jahr 2024 wird das BEM besonders häufig in großen Betrieben angeboten: 66 Prozent der Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten und 65 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten bieten ein BEM an. Auch im öffentlichen Dienst (68 Prozent) und in der Industrie (62 Prozent) ist das Angebot höher als in anderen Wirtschaftsbereichen. In kleineren Betrieben bis 49 Beschäftigte bleibt der Anteil bei 40 Prozent. Besonders auffällig ist der Anstieg des BEM-Angebots in mittleren Betrieben (bis 249 Beschäftigte), der von 31 Prozent auf 48 Prozent gestiegen ist.
Die Verbreitung des BEM zeigt insgesamt eine positive Entwicklung, doch kleinere Unternehmen und bestimmte Wirtschaftssektoren hinken noch hinterher. In großen Betrieben und im öffentlichen Sektor sind die Strukturen besser etabliert, aber auch hier ist es wichtig, das BEM kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu leben, um eine nachhaltige Verbesserung der Beschäftigten-Gesundheit zu gewährleisten. Für alle Betriebsgrößen gilt daher, dass eine Priorisierung der Gesundheit von Beschäftigten nicht nur hilfreich für die Einführung, sondern auch für die Durchführung und Qualität des BEM ist.
Den Originaltext der Studie erhalten Sie hier: https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fakten/BIBB-BAuA-49
Weiterführende Informationen zu BEM bei iga: Schwerpunkt "Betriebliches Eingliederungsmanagement"