Unsere Sprechzeiten:

Das Programm im Überblick 

Der Begriff „New Work“ umfasst die Veränderungen der Arbeitswelt, die vor allem durch den Wertewandel und die digitale Transformation angetrieben sind. Wir freuen uns, dass Prof. Dr. Carsten Schermuly, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der SRH Berlin University of Applied Sciences sowie Direktor des Institute for New Work and Coaching (INWOC), das Konzept in seiner Keynote „Lost in New Work?“ am 15.Mai ab 13.45 Uhr kritisch-konstruktiv beleuchten wird.

Im Anschluss daran folgt ab 14.30 Uhr die Phase der Fachforen, die aus Impulsen des DNBGF-Partnerkreises entstanden sind. Ob Resilienz oder KI, Klimawandel oder New Work & Einsamkeit – Sie können eines von insgesamt 12 Foren auswählen, das Sie besonders interessiert.

Forum 1: Arbeitswelt neu denken – Bergmanns Wurzeln und unsere Früchte

In seinem Buch „Neue Arbeit, neue Kultur“ beschreibt Frithjof Bergmann die Missstände unserer derzeitigen Arbeitskultur und wirbt für eine radikale Neuausrichtung des Konzepts Arbeit – mit dem Ziel, es (endlich!) flächendeckend positiv zu besetzen. Anhand verschiedener, teils durchaus provokanter Thesen des New Work Vordenkers wird diskutiert, was Bergmanns Ideen heute und in Zukunft für gesunde Arbeitswelten bedeuten können. Denn solange der Mensch nicht weiß, was er wirklich will, wird er der Arbeit dienen und nicht umgekehrt.

Referierende: Merit Kirch & Loretta Hölzel, Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH



Forum 2: Mittendrin, doch außen vor – Herausforderungen der Arbeitsgestaltung für Tätigkeiten, die keine Berufsausbildung erfordern

„Basisarbeit“ ist einer von fünf Themenschwerpunkten des Programms „Arbeit sicher und gesund des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Etwa 20 % aller Erwerbstätigen arbeiten in Tätigkeiten, die keine Berufsausbildung voraussetzen - meist im Dienstleistungssektor. Vorgestellt werden Studienergebnisse zu Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Beschäftigten (am Beispiel der Gebäudereinigung und Paketzustellung). Vor diesem Hintergrund werden neue Ansätze zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und damit zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt. Weitere aktuelle Informationen finden sich unter www.arbeit-sicher-und-gesund.de.

Referierende: Maya Migaud & Dr. Götz Richter, Bundesministerium für Arbeit und Soziales



Forum 3: Resilienz als Faktor der Employability – Erfahrungen eines interdisziplinären Ansatzes zur Resilienzförderung bei der Siemens AG

Der immer schneller werdende und in seinen Ausmaßen zunehmende Wandel stellt Organisationen und die darin arbeitenden Menschen vor große Herausforderungen. In den letzten Jahren stetig steigende Zahlen zu psychischen Auffälligkeiten und Erkrankungen lassen konstatieren, dass es der aktiven Förderung der psychischen Gesundheit bedarf sowie der gleichzeitigen Mitigierung von Risikofaktoren. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen kann die Resilienzförderung einen wesentlichen Beitrag leisten. Denn hoch resiliente Personen und Teams sind flexibel, passen sich neuen Umständen schnell an und können sogar im ständigen Wandel gedeihen. Und resiliente Organisationen können dem ständigen Wandel besser begegnen.

Referierende: Katja Wagner & Matthias Rößle, Siemens AG



Forum 4: Next Normal in Zeiten des Fachkräftemangels – Die Gestaltung demographisch bedingter Veränderungen in der Arbeitswelt

Zum New Normal und auch Next Normal wird der Mangel an Arbeitskräften gehören, nicht nur im Fachkräftebereich. Die Generation der Babyboomer steht kurz vor dem Renteneintritt und der Wunsch, so früh wie möglich in Rente zu gehen, ist unter älteren Beschäftigten weit verbreitet. Gleichzeitig führen unter anderem neue Technologien, veränderte Arbeitsformen und eine steigende Flexibilisierung zu Arbeitsbedingungen, die auch ältere Erwerbstätige vor große Herausforderungen stellen. Damit wächst das Bestreben von Unternehmen, ältere und erfahrene Beschäftigte länger motiviert und gesund im Erwerbsleben zu halten. Das Forum gibt Diskussionsanstöße, wie dies geschehen kann.

Referierende: Dr. Melanie Ebener, Bergische Universität Wuppertal & Prof. Dr. Mustapha Sayed, BARMER



Forum 5: Sanfter Wandel durch smarte Technologie – Künstliche Intelligenz in der BGF

Die Integration künstlicher Intelligenz (KI) in Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) bietet im Vergleich zu herkömmlichen Ansätzen bedeutende Vorteile, zum Beispiel ein personalisiertes Angebot für die einzelnen Mitarbeitenden auf Basis einer Gesundheitsdaten-analyse. Gleichzeitig birgt KI jedoch auch potenzielle Nachteile sowie Risiken, wirft beispielsweise Fragen zu den Themen Nachvollziehbarkeit und Vertrauen auf. Um für mehr Klarheit zu sorgen und Ängste zu nehmen, ist es entscheidend zu verstehen, was genau unter "künstlicher Intelligenz" verstanden wird und wie sie funktioniert. Besonders im Gesundheitsbereich ist die Sicherstellung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit der KI-basierten Ergebnisse von großer Bedeutung.

Referierende: Dr. Julia Schröder, BKK Dachverband e.V. & Dr. Sven Schmeier, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI)



Forum 6: Klimawandel, Nachhaltigkeit und Gesundheit

Klimawandel, Nachhaltigkeit und Gesundheit – drei große Herausforderungen an eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die regulatorischen Anforderungen ändern sich: Nachhaltigkeitsberichterstattung wird für immer mehr Unternehmen zur gesetzlichen Pflicht. Auch innerhalb der Sozialversicherung werden ökologische Perspektiven und Auswirkungen von Klimaveränderungen auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit immer dringlichere Aspekte. Es wird einen Überblick geben, wie Klimawandel und BGM miteinander zusammenhängen und in welchen regulatorischen - aber auch gewinnbringenden - Zusammenhängen beide Themen stehen.

Referierende: Dr. Stefanie Bühn, KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. & Kurt Gläser, BKK Dachverband e.V.



Forum 7: New Work und Einsamkeit – Erkennen und Bewältigen von Einsamkeit im betrieblichen Kontext

Wenn Menschen ihre sozialen Beziehungen als qualitativ oder quantitativ unzureichend empfinden, erleben sie Einsamkeit. Dies betrifft sowohl die Beziehungen im privaten als auch im beruflichen Bereich und ist nicht allein durch das Vorliegen von objektiver Isolation erklärbar. Hält Einsamkeit für einen längeren Zeitraum an, kann das Betroffene sehr stark belasten. Andauernde Einsamkeit steht in Zusammenhang mit psychischen und körperlichen Erkrankungen. Prognosen weisen darauf hin, dass das Problem Einsamkeit zumindest nicht geringer wird und u. a. durch den demografischen Wandel, die Digitalisierung und neue Arbeitsformen sich weiter verstärken könnte. Während sich die Prävalenz von Einsamkeit in allen Altersgruppen stetig erhöht, scheint das Bewusstsein dazu in den meisten Betrieben und Einrichtungen bislang nur wenig verbreitet zu sein. Wenig überraschend fehlen daher bislang Maßnahmen und Tools zur Prävention und Früherkennung von einsamen Beschäftigten sowie Strukturen und Hilfsangebote in den Betrieben. Es werden Wege aufgezeigt, wie Führungskräfte und Beschäftigte beim Erkennen und Bewältigen von Einsamkeit am Arbeitsplatz unterstützt werden können.

Referierende: Dr. Marlen Rahnfeld, Institut für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG)



Forum 8: BGM in stationären Pflegeeinrichtungen: Pilotprojekt „Tandem“ – BGM-Beratung aus einer Hand

Was wäre, wenn stationären Pflegeeinrichtungen die Expertise und Unterstützungsmöglichkeiten des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) von verschiedenen Sozialversicherungsträgern zur Verfügung stehen würden – aus einer Hand, vor Ort und bedarfsorientiert? Genau an dieser Frage setzt das Pilotprojekt „Tandem“ an. Die Organisationsberatung zum Aufbau bzw. zur Weiterentwicklung eines strukturellen und nachhaltigen BGM wird gemeinschaftlich von Akteuren der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung durchgeführt und die Unterstützungsmöglichkeiten systematisch verzahnt.

Referierende: Karen Thümmel, Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) & Oliver Siegrist, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)



Forum 9: Arbeitsgestaltung bei Zeit-, Leistungsdruck und Informationsflut

Sehr viele Beschäftigte kennen es: die To-Do-Liste ist lang, das E-Mail-Postfach voll, Termine müssen absolviert und Fristen zur Fertigstellung von Arbeitsaufträgen berücksichtigt werden. Die vorgesehene Arbeitszeit ist viel zu schnell aufgebraucht und reicht einfach nicht zur guten Erledigung der Arbeit. Diese Situation ist exemplarisch für das Erleben von Zeit- und Leistungsdruck und Informationsflut, weit verbreiteten Belastungsfaktoren der heutigen Arbeitswelt, die sich negativ auf Gesundheit und Leistung auswirken können. Eine Arbeitsgestaltung zur Vermeidung und zum Abbau von hohem Zeit- und Leistungsdruck bzw. Informationsflut ist deshalb sehr bedeutsam. Dies stellt betriebliche Akteurinnen und Akteure jedoch vor Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund wurde eine Handlungshilfe entwickelt, die betrieblichen Akteurinnen und Akteuren (insbesondere in KMU) Informationen und praxisorientierte Unterstützung bei der Wahrnehmung dieser wichtigen Gestaltungsaufgabe bieten soll. Im Forum werden ausgewählte Ausschnitte dieser Handlungshilfe vorgestellt. Außerdem sollen betriebliche Erfahrungen der Teilnehmenden diskutiert werden.

Referierende: Dr. Gisa Junghanns, Dr. Anika Schulz-Dadaczynski, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin & Dr. Jana May-Schmidt, Bundesministerium für Arbeit und Soziales



Forum 10: In Netzwerken geht es leichter – BGF und Arbeitsschutz für kleine und mittlere Unternehmen

BGF und Arbeitsschutz in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) unterliegen spezifischen Herausforderungen. Ein Zusammenschluss zu regionalen Netzwerken kann hier die Etablierung eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements unterstützen. Wie man es machen kann, zeigt das Projekt “Gesund arbeiten in Thüringen: Netzwerke für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen“. Darüber hinaus werden Erfahrungen über den Aufbau des “Nordhessen Netzwerk Betriebliche Gesundheit“ berichtet. Es werden zudem Tools des DNBGF zur Implementierung und Professionalisierung von Gesundheitsnetzwerken für Betriebe vorgestellt, aufgezeigt, wie sie eingesetzt werden können und auf Grundlage welcher Erfahrungen diese entwickelt wurden.

Referierende: Birte Schwarz, BARMER, Dr. Christoph Ramcke, BGF aktiv & Györgyi Bereczky-Löchli, BKK Dachverband e.V.



Forum 11: Resilienz-Seminare allein reichen nicht – Verhaltens- und Verhältnisprävention sinnvoll verzahnen

Unternehmen müssen sich mit steigenden Fehlzeiten durch Überlastungsreaktionen und psychischen Erkrankungen ihrer Mitarbeitenden auseinandersetzen. Verhaltenspräventive Maßnahmen setzen deshalb unter anderem daran an, die Resilienz von Mitarbeitenden zu stärken. Seminare und Kurse wie „Gelassen im Stress“ und „Die innere Widerstandskraft stärken“ etc. zielen darauf ab, dass sich Widerstandskraft und der resilientere Umgang mit Belastungen und Stress fördern und trainieren lassen. Damit diese avisierte Verhaltensänderung auch wirksam und nachhaltig ist, sollten auch die Arbeitsbedingungen gesundheits- und resilienzförderlich gestaltet sein. In diesem Fachforum werden Wege aufgezeigt, um auf Ebene des Einzelnen, des Teams, der Führungskräfte und des Unternehmens die Resilienz aller Beschäftigten zu fördern.

Referierende: Nadine Menard, Fortbildungsakademie der Wirtschaft - FAW gGmbH



Forum 12: Gesundheit durch faire Lieferketten – Der Check der Offensive Mittelstand

Eine faire Lieferkette umfasst die Einhaltung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette und somit auch die Sicherheit und Gesundheit der beschäftigten Personen. Das Thema „Faire Lieferkette“ bietet somit eine Möglichkeit, das Thema Gesundheit mit einzubringen. Doch wie können vor allem kleinste, kleine und mittlere Unternehmen dieses Thema angehen? Wie können sie dokumentieren, dass sie auf gesundes und sicheres Arbeiten achten und die Menschenrechte wahren? Der Check „Faire Lieferkette“ der Offensive Mittelstand unterstützt Betriebe dabei, diese Fragen systematisch zu beantworten.

Referierende: Theresa Joerißen, Offensive Mittelstand & Achim Sieker, Bundesministerium für Arbeit und Soziales



Weiter geht's im Open Space-Format

Am Nachmittag starten wir um 16.30 Uhr in den interaktiv-dynamischen zweiten Teil der Konferenz, der am Mittwoch fortgeführt wird. Gemeinsam mit der erfahrenen Moderatorin Mia Konstantinidou (boscop eG) brechen wir auf in die Welt des Open Space. Diese Methode schafft offene Orte der Begegnung für den direkten, gleichberechtigten Austausch untereinander. Dabei haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Anliegen einzubringen und diese in Kleingruppen zu bearbeiten. Moderiert, geleitet, entschieden, priorisiert und inhaltlich gefüllt wird von den Teilnehmenden selbst. Open Space ist lebendig und macht Spaß.